„Clean Core“ ist eines der meistdiskutierten Themen rund um SAP S/4HANA – und gleichzeitig eines der am häufigsten missverstandenen. Viele Unternehmen fragen sich: Müssen wir jetzt alles wegwerfen, was wir über Jahre aufgebaut haben?
Die kurze Antwort: Nein. Aber es lohnt sich, genau hinzuschauen.
Was bedeutet Clean Core?
Clean Core bedeutet, den SAP-Kern frei von Modifikationen zu halten. Statt Kerncode anzupassen – was Updates erschwert, Upgrades verteuert und die Systemstabilität gefährdet – werden Erweiterungen über offizielle SAP-Mechanismen realisiert: freigegebene APIs, BAdIs, oder Erweiterungen auf der Business Technology Platform (BTP).
Das Ziel: Ein SAP-System, das updatefähig, wartungsarm und zukunftssicher bleibt.
Warum ist das gerade jetzt relevant?
Mit dem Ende des Mainstream-Supports für SAP ECC stehen viele Unternehmen vor der Migration nach S/4HANA. Wer dabei seinen gewachsenen Modifikationsberg mitschleppt, zahlt doppelt: einmal bei der Migration, und immer wieder bei jedem Update danach.
Clean Core ist kein Nice-to-have – es ist die Grundlage dafür, dass S/4HANA langfristig wirtschaftlich betreibbar bleibt.
Der erste Schritt: Wissen, wo man steht
Viele Unternehmen wissen gar nicht, wie viele Modifikationen sie tatsächlich haben – und wie kritisch diese wirklich sind. Das ist kein Versagen, sondern das Ergebnis von Jahren gewachsener Systeme.
Der erste konkrete Schritt ist deshalb immer: die Clean Core Analyse im eigenen System aktivieren und auswerten. Erst dann wird klar, womit man es wirklich zu tun hat – und was tatsächlich dringend ist.
Aus unserer Erfahrung gilt: Nicht jedes Finding ist gleich. Die Gesamtzahl klingt oft erschreckend. Die wirklich kritischen Fälle sind meist deutlich weniger – aber die haben es in sich.
Drei häufige Fehler, die wir in Projekten sehen
Modifikationen werden unreflektiert übernommen. Ohne zu prüfen, ob der SAP-Standard inzwischen dieselbe Funktion bietet. In vielen Fällen tut er das – die Eigenentwicklung ist schlicht nicht mehr nötig.
Eigenentwicklungen landen im Kern. Obwohl Side-by-Side-Erweiterungen oder BTP die bessere Wahl wären. Oft aus Gewohnheit, manchmal aus Zeitdruck.
Clean Core wird als Einmalaufgabe verstanden. Dabei ist es ein kontinuierlicher Ansatz. Wer einmal aufräumt und dann weitermacht wie bisher, hat das Prinzip nicht verinnerlicht.
Was wir selbst gelernt haben
Wir bei secat gehen diesen Weg mit unserem eigenen Produkt QPPD gerade selbst. Als wir unsere Codebasis erstmals einer vollständigen Clean Core-Prüfung unterzogen haben, standen wir vor knapp 9.000 kritischen Findings.
Was geholfen hat: strukturiert vorgehen, automatisiert analysieren, priorisieren – und nicht alles auf einmal angehen wollen. Die größte technische Herausforderung war das Ablösen klassischer SAP-GUI-Technologien wie ALV Tree und ALV Grid, die wir durch UI5 ersetzt haben.
Wir sind noch nicht fertig. Aber wir wissen genau, wie sich jede Phase dieses Prozesses anfühlt – und was wirklich hilft.
Wie secat Sie dabei unterstützt
Wir begleiten Unternehmen auf dem Clean Core-Weg – von der ersten Analyse bis zur konkreten Umsetzung. Mit Paketen, die klar umrissen sind und ohne versteckte Folgekosten starten:
- Clean Core Assessment (3–5 Tage, remote): Wir aktivieren die Analyse in Ihrem System, werten die Findings aus und präsentieren Ihnen die Ergebnisse.
- Clean Core Roadmap (5–10 Tage): Auf Basis des Assessments entwickeln wir einen priorisierten Fahrplan mit realistischer Aufwandseinschätzung.
- Clean Core Quick Win (ab 5 Tagen): Wir lösen eine konkrete Modifikation gemeinsam ab – von der Auswahl bis zur Übergabe.
👉 Mehr zu unseren Clean Core Paketen
Sie möchten wissen, wo Ihr System steht? Sprechen Sie uns an – der erste Schritt ist einfacher als gedacht.